Sonntag, 29. Januar 2006

Nachtrag - Guelph und anderes

Es ist wieder mal Zeit für einen etwas ausführlicheren Eintrag und Sonntag abend scheint offenbar ein günstiger Zeitpunkt für eine solche Tätigkeit.
Die letzten vierzehn Tage bzw. drei Woche waren ziemlich stressig, vor allem weil wir vom PMC aus einen Projektevaluierungs-Workshop veranstaltet haben und die endgültige Auswahl an Projekten, die in die zweite Runde eingeladen werden, getroffen werden mußten. Der Workshop war insofern super als er mir die Gelegenheit geboten hat, mich mit einigen Leuten zu unterhalten, die an einer engeren Zusammenarbeit in Sachen Biocontrol-Produkte interessiert sind. Wie es scheint könnte daraus ein gute Sache werden ich glaube/hoffe in einer recht guten Position zu sein, die eine Verlängerung meines Vertrages beim PMC rechtfertigt.
Was die Projektevaluierung angeht ist's schon eine neue Erfahrung, auf einmal auf der "anderen Seite" zu sein, d.h. dort wo über die Vergabe von Forschungsgeldern entschieden wird. Letzte Woche musste ich ca. 100 (von 140) Antragsteller darüber informieren, daß sie leider nicht ausgewählt wurde. Das ist mir echt schwer gefallen, weil ich in den Jahren auf der Uni so oft mit Kollegen mitgefiebert und auf eine positive Bewertung gehofft habe...
Nichtsdestotrotz: die Arbeit gefällt mir gut und ich merke immer wieder, daß ich auch viel and Wissen mitbringe, das mir jetzt hilft, für oder gegen eine Sache zu argumentieren oder diese kritisch zu bewerten – und auch lernen kann ich natürlich dabei natürlich viel.
Freizeitmäßig ist momentan (zumindest auf sportlicher Ebene) insofern nicht viel los, als ich immer noch meine kaputte Schulter auskuriere - also kein Eishockey und mit dem Bus zur Arbeit... A propos Bus: man würde es ja nicht glauben, aber die Busse in der Hauptstadt Kanada's sind ohne aus österreichischer Sicht unabkömmliche Winterausrüstung, d.h. Winterreifen oder Ketten, unterwegs. Das endet dann bei 25 cm Neuschnee häufig im Chaos und, die Busse bleiben irgendwo hängen oder kommen nur mit Ach und Krach eine kleinen Idiotenhügel hinauf.
Wenn ich auch mit Sport noch etwas warten muß wird's und nicht langweilig hier. Am Samstag waren wir im Byward Market auf der Suche nach g'scheitem Essen unterwegs und haben unter anderem beim Italiener segafredo-Kaffe, Prosciutto, frische Ravioli, und richtigen Mozzarella gefunden. Weiters fündig wurden wir mit Speck, Milka-Schoki, und Debreziner-Würsteln. Für den Europäer mag das alles normal erscheinen, aber hier tut's schon gut wenn man die Sachen kriegt, die man so von zu Hause gewöhnt ist.
Vor 2 Wochen waren wir bei Klaus in Guelph (45 min südwestlich von Toronto) auf Besuch. Auf der Fahrt dorthin haben haben wir auf dem Weg durch T.O. (Toronto) auch ein bißchen Grosstadtluft geschnuppert. Toronto ist mit 4 Millionen schon einige Nummern größer als Ottawa (Stadtkern ca. 400.000, mit Vorstädten und Gatineau ca. 1,2 Mio). Und mit Austria-3 CD im Radio am Freitag Abend über den 401 (5 Spuren Expresslane und 3 Zubringerspuren macht 8 Spuren in eine Richtung) durch Toronto zu rauschen war ziemlich kultig.
Klaus, der in Guelph seine Diss macht, war gerade von seinem trans-Canada trip in die Rockies zurück (Bilder auf seiner homepage) und in eine neue Wohnung eingezogen. Der Besuch stand schon lange auf dem Programm und es war sehr nett, endlich zu sehen, was wie sich Klaus in Kanada eingelebt hat. Gleich nach unsrer Ankunft um 12:30 sind wir bis 5:00 Uhr früh mit Bier und Whisky versumpft, dann am morgen mit leichtem Kater auf dem Guelpher Bauernmarkt gemütlich gebruncht. Dann gab's eine Tour durch Guelph und die dortige Uni, und am Abend haben wir uns dann unter die Studentenschaft in der Guelpher Lokalszene gemischt. Ein Tip an meine männlichen Kollegen: die Uni Guelph ist mit einer 70:30 Frauenquote sicherlich eine Überlegung wert :)


Naja, war jedenfalls ein super Wochenende (oben das einzige Bild das dieses dokumentiert), der Bericht darüber aufgrund der darauffolgenden wie erwähnt stressigen Wochen eben erst jetzt.
Sonst fällt mir eigentlich im Moment nichts mehr wirklich erwähnenswertes ein, aber für jetzt ist das eh einiges zum Lesen. Also dann schöne Grüße an alle und bis bald...

Dienstag, 24. Januar 2006

Canada hat gewählt...

Jetzt komme ich aus einem Land mit schwer rechtslastiger Regierung ins linksliberale Canada und nach nicht einmal einem Jahr ist's schon wieder vorbei mit dem Gefühl in einem linken Land zu leben :(
Kanada wird künftig eine konservative Regierung haben... Aber wenigstens ist's nicht so schlimm geworden wie vorhergesagt-nur eine Minderheitsregierung, und mit 125 von 308 Sitzen ist nicht allzuviel schlimmes anzurichten.
Übrigens Frank mit Töchterchen und konservativ-zu-liberaler Überläuferin Belinda Stronach war auch schon im Fernsehn und hat breit gegrinst. Tja, und da Herr Martin gerade seine Niederlage in höchsten Tönen lobt und ist's Zeit meine erste kanadische zu beenden und schlafen zu gehn...

Sonntag, 8. Januar 2006

Besuch in Österreich

Zunächst einmal wünsche ich allen Lesern ein gutes neues Jahr und hoffe, daß Ihr die Feiertage gut verbracht habt. Ich war ja bekanntlich für eine Woche zu Hause in Österreich und habe dort eine recht intensive Woche verbracht, die ich - mal abgesehn' vom Besuch im Hohenemser Krankenhaus (dazu später mehr) - sehr genossen habe.


Los gings am 22. Dezember in Ottawa, wo wir zunächst mal enteist werden mussten...

Am 23. Dezember in der früh wurde ich dann von Mama Resilde erfreut in Empfang genommen, und im neuen Renault nach Hörbranz chauffiert. War schon ein bißchen seltsam, nach so langer Zeit wieder zu Hause zu sein - alles so vertraut, und doch liegt einige Zeit dazwischen, in der sich einiges verändert hat... Aber auf jeden Fall hat's ausgesprochen gut getan, wieder in heimatlichen Gefilden zu sein.


Um den Jet-Lag möglichst schnell los zu werden haben Johannes, Markus und ich uns zu gleich am 24. Dezember in der früh zu einer kleine Skitour auf gemacht.


Nach ca. 700 Höhenmetern durch dicken Nebel hatten wir einen traumhaften Ausblick auf die Schweizer Alpen und das Nebelmeer über dem Rheintal (im Bild Johannes). Es geht doch nichts über ordentliche Berge...

Nach besinnlicher Weihnachtsfeier zuhause in Hörbranz durfte dann natürlich das mittlerweile legendäre Krokettenessen bei Helmut und Edith in Lustenau nicht fehlen. Wieder wurden mehr als 100 der berühmten Bahngass'-Kroketten verspeist und es wurde beschlossen, für's nächste Jahr einen Kroketten-Meter einzuführen, um endlich Michi die Ehre des Rekordkrokettenessers zukommen lassen zu können.
Als weiteres Highlight was das alljährliche Eishockey-Match Nichtraucher vs. Raucher in Hohenems geplant: Es galt die Raucher wie jedes Jahr vernichtend zu schlagen.
Doch das ganze fing schon ganz schlecht an, als der an die Raucher ausgeliehene Andi B. den Puck mit Danny Alfredsson's Stock (insider story) ins Kreuzeck knallte. Kurze Zeit später stands dann schon 2:0 für die Raucher, und es mußte was getan werden... Dummerweise allerdings landete ich beim Versuch den Puck zu ergattern äußerst unsanft in der Bande, noch dazu mit schlechter Ausrüstung: Spiel vorbei, ab in die Unfallambulanz nach Hohenems. Diagnose: Bänderverletzung in der Schulter (AC-Gelenk, die häufigste Schulterverletzung bei Eishockeyspielern) - für die nächsten sechs Wochen ist daher nur Sport im Fernseh'n angesagt.
Naja, hätte schlimmer sein können, und ich kann mich nicht beklagen, denn es ist nach all den Jahen Sport das erste mal, daß mir wirklich was passiert ist. Jetzt tippe ich halt mit dem Arm in der Schlinge...
Besonders gefreut hat mich aber, daß ich ich trotz des kurzen Besuchs viele Freunde in Innsbruck und Vorarlberg treffen konnte. Das hat wirklich gut getan.


Zu Sylvester war ich dann wieder mit Laura in Ottawa, von wo wir einen kleinen Ausflug ins verschneite Quebéc gemacht haben (der aufmerksame Leser wird erkennen, daß diese Szene schon im Frühling mal auf dieser Seite zu sehen war), und dann ganz gmütlich zu Hause das neue Jahr begrüßt haben (mit schwerem Jet-Lag, d.h. reduzierter Munterkeit am Sylvesterabend).
Das ist soweit alles was es neues zu berichten gibt. Ich freu mich schon auf's nächste Wochenende, da ist ein lange fälliger Trip zu Klaus nach Guelph, Ontario angesagt. Also dann bis bald, ich werd mich bemühen, die update-Rate wieder etwas zu erhöhen...