Donnerstag, 28. September 2006

Warum wir eine neue Regierung brauchen...

Sehr geehrter Herr Prof. van der Bellen,
es interessiert Sie vielleicht zu wissen, mit welchen Problemen man als Österreicher bei der Stimmabgabe im Ausland konfrontiert ist.
Ich lebe in Ottawa, Kanada, und habe schon vor Wochen die notwendinge Schritte für eine Stimmabgabe im Ausland eingeleitet. Nebenbei bemerkt habe ich dies in Eigenregie getan, weil die Informationen der österreichischen Botschaft reichlich spät ausgegeben wurden.
Als ich nun heute früh bei der österreichischen Botschaft meine Stimme abgeben wollte (meine Partnerin ist Kanadierin, ich brauche aber einen österreichischen Staatsbürger oder eine Botschaft zur Beglaubigung), musste ich völlig sprachlos erfahren, daß leider niemand anwesend sei, der meine Stimme entgegennehmen könne. Nur designierte Personen könnten dies im Namen der Botschaft tun (im Gegensatz dazu ist auf der Website des Aussenministeriums ausdrücklich zu lesen, daß ich meine Stimme in der Botschaft während der erweiterten Öffnungszeiten abgeben kann).
Selbst auf meine Frage, ob mir einer der österreichischen Botschaftsmitarbeiter persönlich die Stimmabgabe bestätigen könne, war niemand dazu bereit oder in der Lage („mein Paß ist zu Hause“). Freundlicherweise wurde mir mitgeteilt, ich könne aber gerne warten bis jemand zuständiger komme („in einer Stunde vielleicht, genau weiß ich’s nicht“). Oder ich könne mir ja von jedem beliebigen österreichischen Staatsbürger die Stimmabgabe bestätigen lassen. Nicht so einfach, von den 32.000.000 Einwohnern Kanadas sind nämlich nur 1230 Österreicher...
Ich bin zutiefst schockiert über diese Inkompetenz, durch die ich massiv in meinem Recht zur Stimmabgabe behindert werde. Ich habe bereits das Büro der Aussenministerin über diese Probleme informiert, dachte mir aber es interessiert sie vielleicht, mit welcher Qualität diese Bundesregierung arbeitet.

Mit freundlichen Grüssen,
Dr. T.

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