Freitag, 12. August 2005

Canoe Tour im Algonquin Park

Wir sind seit Montagabend wieder von unsrer Canoe-Tour durch den Algonquin Park zurück und haben in den 4 Tagen insgesamt 70 km durch Seen, Flüsse und kanadische Ahornwälder zurückgelegt. Die folgenden Bilder sollen einen kleinen Eindruck vom Leben als Paddler geben, weiters gibt's eine kleine Diashow (hier klicken) mit weiteren Bildern.


Los ging's am 5. August vom Canoe Lake (in dem beruhigenderweise der kanadische Impressionist Tom Thompson 1917 beim Canoe fahren ertrunken ist) durch fast 20 km Seen und eine 2.3 km Portage hinauf zum McIntosh Lake, wo wir auf einer genialen kleinen Insel übernachtet haben.


Es ist schon faszinierend wenn am Abend in den Schlafsack kriecht und nur den Ruf des Loons hört (Hörprobe hier). Der Loon (Eistaucher) ist übrigens der Nationalvogel von Canada und ist auf der 1-Dollar Münze abgebildet, die deshalb sinnigerweise Loonie genannt wird. Folglich ist eine 2-Dollarmünze dann ein Two-onie...
Doch zurück in den Algonquin Park: wenn man dann also im Zelt liegt und sich überlegt wo man eigentlich ist, und sich daran erinnert, daß hier auf 3 Quadratkilometer Land 1 Bär kommt (d.h. der nächste Bär ist statistisch gesehen maximal 600 m entfernt), ist man froh, die 28 Dollar in eine Dose Bearspray (ein überdimensionaler Pfefferspray) investiert zu haben. Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen Bären ist jedoch jegliche Nahrung ein einiger Entfernung vom Zelt mindestens 4 m über dem Boden an einen Ast zu hängen.
Naja, geschlafen habe wir letztendlich dann doch tief und fest... Den nächsten Tag sind wir (nach dem 7-stündigen Trip am Vortag) mit Baden im MacIntosh Lake und "chillen" in der Hängematte (danke Uschi, dass Du lezten Sommer den ganzen 6. Stock mit solchen Teilen beliefert hast, sind echt genial) etwas langsamer angegangen. Gegen Mittag gings dann mit voll beladenem Canoe durch eine geniale Fluss und Sumpflandschaft wieder weiter....


Der Grund der dortigen Übernachtung war, daß wir Elche fotografieren wollten. Am morgen in aller Herrgottsfrüh haben wir uns bei traumhafter Stimmung auf die Suche dem perfekten Elchbild gemacht... Leider hat sich keiner der Kerle blicken lassen, aber die Bilder zeigen, daß sich der Ausflug dennoch mehr als gelohnt hat. Hier der Sonnenaufgang am Grassy Bog Lake...


Am dritten Tag standen einige harte Portagen (d.h. das Boot schultern und auf geht's durch den Wald) auf dem Programm: insgesamt sind wir auf 7 einzelnen "portages" fast 5 km durch den Wald (siehe Bild) marschiert...


Das zur Belohnung aufgesparte Instant-Mousse-aux-Chocolat am Abend ware ein große Entäuschung, aber dennoch was kann schon eine so ultimative Lagerfeuerstimmung verderben...


Mit vielen schönen Eindrücken sind wir dann am Montagabend wieder nach Ottawa zurückgekehrt, mit dem festen Vorsatz, bald zurückzukehren... Ich hoffe sehr, im Herbst nochmal mit Laura, die diesmal ja leider nicht mit konnte, nach Algonquin zu kommen...

8 Kommentare:

Anonymous hat gesagt…

Da kriege ich ja richtig Lust auch mal ein kleines Stück da mitzufahren- upps- ob das nich in der ersten Begeisterung doch zuviel versprochen ist...
Nein ehrlich die Landschaft und die Stimmungen sind wirklich sehr beeindruckend (von den nahen Bären mal ganz abgesehen, aber die sieht man ja nicht!)
Liebe Grüße Resilde

Tobias hat gesagt…

War wirklich toll, und das mit den Bären ist auch nicht so schlimm. Man muß sich nur daran gewöhnen, daß sie da sind.

fretmen hat gesagt…

will auch, will auch, will auch, ...
muss ganz viele urlaubstage sparen, damit ich gaaaaaaanz lang nach kanada tobi besuchen gehen kann.

Anonymous hat gesagt…

ich würde einen sponsor suchen ... wer meldet sich freiwillig? was, so viele, aber das wäre doch nicht nötig gewesen!!!
lg geli

Tobias hat gesagt…

leider kann man im Algonquin Park keine Schneehühner jagen ;) - es sei den man ist ein Aboriginal (Indianer).
Aber keine Sorge fretmen, fischen geht immer, wenn Du auf die Armbrust nicht verzichten willst mußt Du halt in ein wildlife reserve...

michi und wolle hat gesagt…

hi tobi!
kle war gerade auf besuch und hat uns von deinem derzeitigen aufenthaltsort berichtet. sieht wirklich sehr schön aus. wir sind im moment eher am strand zu finden als in den wäldern und schlagen uns mit haien herum, anstatt mit bären :) vielleicht hast du ja mal lust auf unserem weblog zu stöbern. mitch.twoday.net
michi und wolle

Anonymous hat gesagt…

Hallo Tobi!
Also als Bärenexpertin muss ich dir für den aufgehängten Rucksack gratulieren, hoffentlich war da acuh deine zahnpasta drinnen, auf die können Bären auch ganz wild sein.
Es soll übrigens bald ein Film von Wernder Herzog in die Kinos kommen " Grizzly men" über einen ziemlich durchgeknallten selbsternannten Bärenforscher, der schlußendlich von seinen "Freunden" gefressen wurde. Muss ziemlich grausig sein, ist aber eine wahre Geschichte. Empfiehlt sich also nicht direkt vor dem nächsten "Fieldtrip".

Nein keine Angst, Unfälle mit Bären sind extrem selten, und wenn man mit dem Kajak unterwegs ist und auf Mini-Inseln zeltet wird die Gefahr nochmal minimiert. Die Anreise mit dem Auto war statistsich gesehen sicher gefährlicher.

Liebe Grüße
Beate

Tobias hat gesagt…

Zahnpasta war selbstverständlich auch im Rucksack. Daß die Inseln ein sicheres Gefühl geben wurde mir klar, als ich mal mitten in der Nacht im dunklen Nicht-Insel-Wald auf's Klo mußte ;)
Aber wie der nächste Eintrag zeigt gibt's in Canada ja nicht nur Bären...